Was du noch nicht über Pfadfinder wusstest

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Was genau macht man eigentlich bei den Pfadfindern? In unserer Printausgabe haben wir mit gängigen Klischees über Pfadfinderinnen und Pfadfinder aufgeräumt. Nun kannst du auf einem kleinen Ausflug in die Geschichte dieser Bewegung fünf Dinge erfahren, die du vielleicht noch nicht wusstest.

Fast weltweit unterwegs

Das erste Pfadfinderlager der Welt führte 1907ein britischer General namens Robert Baden-Powell durch. Auf dieser Erfahrung basierte sein Buch „Scouting for Boys“, in dem die sogenannte „Pfadfindermethode“ ihr Debüt feierte. Die Pfadfinderbewegung breitete sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schnell aus. Heute umfasst die Bewegung weltweit mehr als 60 Millionen Kinder und Jugendliche. In jedem Staat der Welt gibt es derzeit Pfadfinderverbände – mit Ausnahme von Andorra, Kuba, Laos, Nordkorea und der Volksrepublik China.

Nur was für Naturburschen?

Scouting for Boys also – und was ist mit den Girls? Die folgten bereits vier Jahre nach dem ersten Pfadfinderlager, 1911 in Hamburg und in Frankfurt am Main. Als Mitbegründerin der Pfadfinderinnenbewegung gilt übrigens die Ehefrau des Pfadfindervaters Robert Baden-Powell – Olave Baden-Powell. 1976 ging der Bund Deutscher Pfadfinderinnen (BDPi) im Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder auf. Seitdem laufen sowohl Jungen als auch Mädchen auf den gleichen Pfaden durch die Natur.

Trotz allem

Pfadfinderinnen und Pfadfinder sind fit, viel unterwegs und lernen ständig dazu, doch vor allem sind sie eine starke Gemeinschaft. Daher gibt es auch die PTA, „die Pfadfinder trotz allem“. Darunter wird die Pfadfinderarbeit mit Kindern und Jugendlichen bezeichnet, die geistige oder körperliche Behinderungen haben. Das Ziel: Sie sollen ganz normale Mitglieder sein. In der PTA-Arbeit gibt es unterschiedliche Ansätze um das zu erreichen: integrative Gruppen, die sowohl aus behinderten und nicht-behinderten Pfadfinderinnen und Pfadfindern bestehen oder Gruppen, in der ausschließlich Mitglieder mit Behinderungen sind.

Mehr Gesang als der Rest der Welt

Bis zum Beginn des zweiten Weltkriegs waren die Pfadfinder von zwei Bewegungen geprägt, von der Wandervogel-Bewegung und der Bündischen Jugend. Bis heute lassen sich diese Einflüsse noch deutlich in der deutschen Pfadfinderbewegung finden – ganz besonders im Vergleich mit anderen Ländern! Die deutschen Pfadfinderinnen und Pfadfinder haben zum Beispiel ganz spezielle, riesige Zelte, sogenannte Kothen und Jurten. Außerdem werden Gruppen in der internationalen Pfadfinderbewegung hauptsächlich durch Erwachsene geführt, während in Deutschland auch das Prinzip „Jugend führt Jugend“ gängig ist. Und: Sie singen mehr als andere Pfadfinderbewegungen. Hierzulande ist ein eigenes, ganz spezielles Liedgut unverzichtbar – die sogenannten Fahrtenlieder.

Kinderkram?

Pfadfinderaktivitäten klingen für dich nach „Spielen im Freien“? Kommt drauf an – denn fast alle Pfadfinderverbände unterteilen ihre Mitglieder in verschiedene Altersstufen. Somit unterscheiden sich auch die Schwerpunkte einer Gruppe von 6-11-Jährigen stark von denen einer Gruppe von 16-18-Jährigen. Die jüngsten Gruppen nennen sich Biber und sind für Kinder von 5 bis 6 Jahren. Diese Gruppen gibt es aber nur in einzelnen Verbänden. Die meisten starten mit den Wölflingen (6-11). Fun Fact: „Wöflinge“ heißen in den Niederlanden „Welpen“.