eSports - Vom Nerd zum Profi

Wo sich früher kleine Gruppen von Jugendlichen über das Wochenende mit Cola, Pizzen und ihren Computern ausgestattet in eine Garage oder einem Partykeller eingeschlossen haben, werden heute ganze Stadien und Konzerthallen gefüllt. Der "eSport"-Trend (e für elektronisch) setzt sich mehr und mehr durch. Du bist noch nicht mittendrin? Wir verraten dir, was es damit auf sich hat.

eSport ist kein neues Phänomen

Den professionellen Wettstreit mit Videospielen gibt es nicht erst seit heute. Hervorgegangen aus den Netzwerk-Partys der 1990er Jahre, ist eSport inzwischen weltweit zu einem Massenphänomen geworden. Die Spieler treten dabei in Strategie- oder Sportspielen gegeneinander an. Sogar ganze Teams inklusive Trainer und Betreuer sind dabei keine Seltenheit. Die Szene hat sich – auch dank der Technik – extrem schnell weiterentwickelt. Inzwischen gibt es Landes-, Europa- und sogar Weltmeisterschaften mit eigenen Ligen und Verbänden.

Moderne Athleten, die wie Rockstars gefeiert werden

Auf den ersten Blick sieht alles aus wie bei einem Rockkonzert: Tausende Zuschauer sitzen auf den Tribünen, aus den Boxen dröhnt laute Musik, auf der Bühne steht eine riesige Leinwand, Kameraleute huschen überall hin und her. Doch hier werden Videospiele gespielt. Die Spiele heißen z.B. "Dota 2", "FIFA", "Overwatch" oder "League of Legends".
Ähnlich wie bei anderen Sportveranstaltungen geht es hier um den Wettkampf und die Unterhaltung der Zuschauer. eSport-Turniere werden inzwischen sogar von einigen Fernsehsendern übertragen und dank des Internets ist es weltweit möglich, seinem Lieblingsteam zuzusehen. In Südkorea und den Vereinigten Staaten ist dieser Hype bereits viel größer als hierzulande. Einige südkoreanische eSportler gehören zu den besten der Welt und werden in ihrer Heimat verehrt wie Rockstars.

Große Faszination und ein Milliardengeschäft

Früher haben sich Jugendliche über Fußball ausgetauscht. Für junge Leute von heute ist das Thema eSport ganz normal. Die Faszination ist ähnlich.
Am Beispiel des Spiels "League of Legends", in Fachkreisen einfach "LoL" genannt, können wir dir die Ausmaße dieser Faszination gut beschreiben. LoL ist vom Spieltyp ein MOBA (Multiplayer Online Battle Arena), eine Art Strategiespiel und das größte Onlinegame (PC) der Welt.
2017 spielten dies rund 100 Millionen Menschen Monat für Monat. Im Spiel stehen sich zwei Teams mit je fünf Spielern gegenüber und versuchen, die Basis des jeweils anderen Teams zu zerstören. Dabei steuert jeder Spieler einen von 141 Helden und muss all seine Fähigkeiten sowie die der Gegner kennen und deren Verhalten einschätzen können.
Die Turniere werden live vor Publikum ausgetragen und können online verfolgt werden. Die Finale stehen dabei den großen Fußballspielen in nichts nach. Bei der Weltmeisterschaft 2017 in China beispielsweise standen sich die beiden südkoreanischen Teams vor 80.000 Zuschauern im Stadion gegenüber. Knapp 60 Millionen Fans sahen es auf allen Kontinenten.

Immer mehr Vereine und Sportmannschaften

Die Vereinsstruktur der eSport-Teams ist vergleichbar mit traditionellen Sportmannschaften. Es gibt Trainer, Manager, Pressesprecher, Physiotherapeuten bis hin zu eigenen Köchen, die die Mannschaften auf ihren Touren begleiten.

Immer mehr alteingesessene Sportmannschaften gründen eine eSport-Abteilung und bilden Teams aus. Hinzu kommen dutzende Vereine, die sich inzwischen in Deutschland gegründet haben und deren Mitgliederzahlen deutlich steigen. Trotzdem hat Deutschland im internationalen Vergleich noch Nachholbedarf, obwohl sich inzwischen sogar ein Dachverband – der ESBD e.V. – gegründet hat.

Unser Tipp

So faszinierend die Welt des eSports auch sein mag, natürlich solltest du deine eigene körperliche Fitness nicht vernachlässigen. Als Ausgleich zum Sitzen vor dem Monitor solltest du regelmäßig "bewegten" Sport betreiben.